Newsletter Mitte Januar 2026

16.01.2026

Newsletter der Pfarrei Leinleiter- und Aufseßtal für Mitte Januar 2026.

- Gedanken:
"Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist." (Sacharja 8,23 - Losung von heute)
Der Prophet Sacharja schaut weit in die Zukunft. Gott regiert auf dem Zion und das Gottesvolk versammelt sich im neuen Jerusalem. Und Menschen verschiedener Völker und Sprachen bekommen das mit und wollen auch dabei sein. Zehn Männer hängen sich an den Mantelzipfel eines Juden, der zum Zion pilgert und wollen von ihm mitgenommen werden. Denn sie haben eben gehört, dass Gott mit ihnen ist. 
Mir gefällt dieses Bild. Und ich stelle mir eine einladende Kirche vor, die so warmherzig und attraktiv vom Evangelium predigt und es vorlebt und barmherzig und liebevoll mit den Menschen umgeht, dass Außenstehende sagen, da wollen wir mitgehen. Wir merken, ihr seid anders, weil Gott bei euch ist. Das wollen wir auch haben, diese Zuversicht, dieses Vertrauen, diese Liebe. Diesem Gott wollen wir auch folgen. So wie es Jesus in der Bergpredigt auch sagt, ihr seid Licht und Salz dieser Erde. Das wäre ein gutes Ziel für unsere Pfarrei, das Menschen sagen können: Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist.
In diesem Sinne wünsche ich Euch/Ihnen eine gesegnete Zeit,
Martin Völkel

- Ausblick:
Ich möchte heute am Anfang des Jahres die Entwicklungen in unserer Kirche in den Blick nehmen, da seit der Herbstsynode 2025 die Eckpunkte der neuen Landesstellenplanung bekannt sind. Sie werden in den nächsten Jahren Auswirkungen auf unsere Gemeinden haben und zu weiteren Veränderungen führen. Die Landesstellenplanung hat einen Umsetzungszeitraum von 2027 bis 2034. Im Zuge dieser Planung werden bayernweit 25% der Pfarrstellen gekürzt. Dies entspricht aber letztlich auch nur dem Rückgang der aktiven Pfarrer durch Ruhestand und den nicht im gleichen Maße nachkommenden Theologiestudierenden. Es wäre also gar nicht mehr Personal vorhanden, um Stellen überhaupt besetzen zu können.  Ebenso gehen die Kirchenmitgliedschaftszahlen durch den demographischen Wandel und Austritte zurück.  Und auch die Finanzmittel der Kirche sind demzufolge rückläufig. Wie bei der letzten Planung, sind die Gemeindegliederzahlen im Dekanat relevant für die Zuteilung der Stellen an das Dekanat. Im Sommer 2026 werden die voraussichtlichen Zahlen für die Stellenzuweisung feststehen, die in der Herbstsynode 2026 dann beschlossen werden. Zum 1.1.2027 ist auch der Zusammenschluss mit dem Dekanat Gräfenberg geplant zum gemeinsamen Dekanat Fränkische Schweiz. Das heißt, die Planungen werden wir gemeinsam dann umsetzen und der gemeinsame Dekanatsausschuss wird dafür zuständig sein. 
Die neue Landesstellenplanung hat auch zum Ziel, dass Pfarrer nicht mehr als "Alleinkämpfer" in einer Pfarrei für alles zuständig sind, sondern dass sie in einem größeren Bereich in Teams miteinander zusammenarbeiten - auch mit anderen kirchlichen Berufsgruppen. Das hat die Chance, Aufgaben auch gabenorientiert aufteilen zu können. Damit machen wir ja in unserer Pfarrei bisher gute Erfahrungen, dass wir beide, Peter Herbert und ich, uns Aufgaben auch nach Begabungen aufteilen und je eigene Schwerpunkte setzen.
Zukünftig sollen Kirchengemeinden zu Einheiten zusammengefasst werden, sogenannte Regionalgemeinden, denen mindestens fünf Hauptamtliche zugeordnet werden und in diesem Bereich zusammenarbeiten. Die Regionalgemeinden bekommen auch den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts wie die Kirchengemeinden. Es sind quasi kleine Dekanate. Konkrete Gemeindegliederzahlen zu den Regionalgemeinden wurden nicht beschlossen, aber mindestens fünf Stellen deuten auf eine Größe um die 8500 Gemeindeglieder hin. Die Regionalgemeinden bekommen ein zentrales gemeinsames Pfarramt (Zweigstellen sind möglich). Sie werden von einem Kirchenvorstand geleitet und sind für Finanzen (ein gemeinsamer Haushalt), Personal und Bausachen innerhalb der Regionalgemeinde zuständig.  Gedacht ist auch an einen Geschäftsführer für eine solche Regionalgemeinde, der die Verwaltung übernimmt, um die Pfarrer von Verwaltungsarbeit zu entlasten. Bei dann ca. 26.000 Evangelischen im neuen Dekanat Fränkische Schweiz wird man voraussichtlich von drei solchen Regionalgemeinden ausgehen können. Wie ein solcher Übergang in Regionalgemeinden konkret aussehen wird, steht aktuell noch nicht fest. Diese Eckpunkte aber hat die Synode bereits beschlossen. 
In unserer gemeinsamen Kirchenvorstandssitzung am letzten Dienstag haben wir uns dazu auch Gedanken gemacht. Vor allem die Entmachtung der Kirchengemeinden und Verlagerung auf die zentrale Ebene wird sehr kritisch gesehen. Es droht ein Verlust von Identifikation und Einsatz für die Gegebenheiten vor Ort. Es wird befürchtet, „fremdgesteuert“ zu werden und in der großen Einheit unterzugehen. Ebenso wird befürchtet, dass die Spendenfreudigkeit zurückgeht, wenn alles in einem großen Topf landet. Auf der anderen Seite wird in einer Bündelung von Verwaltung und damit Entlastung der Hauptamtlichen von diesen Aufgaben durch Geschäftsführer auch eine Chance gesehen, das Gemeindearbeit wieder mehr in den Vordergrund rücken kann. Aus unserer Perspektive ist es ein großer Vorteil, dass wir als Pfarrei schon Zeit hatten, zusammenzuwachsen, da wir als größere Einheit mehr Gewicht einbringen. Wir finden es auch sinnvoll, die beiden Pfarrhäuser in Unterleinleiter und Heiligenstadt (siehe letzter Newsletter - Bildung eines Fundraisingteams für die Finanzierung der Renovierung!) gut zu erhalten, da nur so gewährleistet ist, dass im neuen Konstrukt auch Personal vor Ort nahe an den Menschen sein kann. Denn auch die mindestens fünf Hauptamtlichen einer Regionalgemeinde müssen irgendwo wohnen. 
Wir könnten jetzt den Kopf in den Sand stecken und so tun, als käme keine Veränderung, wir könnten jammern und grummeln, wir könnten aber auch gestalten und unsere Stärken einbringen auf einem gemeinsamen Weg. Und da gibt die Losung von heute zumindest eine Richtung vor, die mir attraktiv erscheint. "Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist." Soweit ein Einblick in zukünftige Entwicklungen, die in den nächsten Jahren anstehen werden. 

- Ökumenische Bibelwoche:  
Vom Sonntag, den 18. Januar bis Mittwoch, den 21. Januar findet die ökumenische Bibelwoche im Gemeindezentrum in Heiligenstadt statt. "Vom Feiern und Fürchten" lautet die Überschrift zu den alttestamentlichen Texten des Buches Esther. Am 18. Januar beginnen wir mit den Gottesdiensten in den drei Gemeinden in Heiligenstadt (ev., kath., efg.) die Bibeltage und begegnen dem Buch Esther. Am Montag- und Dienstagabend sind Sie ins Gemeindezentrum zu Bibelarbeiten eingeladen. Im Anschluss an die Bibelarbeiten wollen wir noch gemütlich im Gemeindezentrum zusammenbleiben. Die Bibelwoche schließt mit einem ökumenischen Gottesdienst am Mittwoch, den 21. Januar. Herzliche Einladung zur Bibelwoche.

- Themengottesdienst der Konfirmanden (25.1.):
Die Konfirmanden haben einen Gottesdienst zum Thema "Vergebung und Neuanfang" entworfen. Dahinter steht die Geschichte der Ehebrecherin aus dem Johannesevangelium. Mit Anspielen und einer Kurzansprache erzählen sie davon. Herzliche Einladung zu einem ganz besonderen Gottesdienst (9 Uhr Aufseß und Unterleinleiter, 10:30 Heiligenstadt und Wüstenstein).

- Alltagsexerzitien:
Auch in der kommenden Passionszeit laden wir zu den Alltagsexerzitien ein. 5 Wochen lang Innehalten und die Passionszeit ganz bewusst gestalten. Sich Zeit für sich und mit Gott gönnen! Für die Teilnehmer der letzten Jahre war das ein Weg mit großem persönlichem Gewinn. Der Titel der diesjährigen Exerzitien lautet: „Wagemut“. Informationen für Interessierte, die die Exerzitien noch nicht kennen, gibt es bei mir bzw liegen auch in den Kirchen aus. In unserer Pfarrei gibt es aktuell zwei Exerzitiengruppen, zu denen man sich bis 10. Februar verbindlich anmelden kann (wichtig für die rechtzeitige Bestellung der Exerzitienhefte):
- Gemeindehaus Aufseß, immer montags, beginnend am 23. Febr. um 19:30 Uhr, Anmeldung bei Pfr. Völkel (09198-998822).
- Johanniskirche Siegritz, immer sonntags, beginnend am 22. Febr. um 18:30 Uhr, Anmeldung bei Familie Audenrith (09198-453).

- Pfarrhaus Heiligenstadt:
Ich erinnere noch mal daran, dass wir für die Sanierung des Pfarrhauses in Heiligenstadt ein Fundraisingteam aufstellen wollen. Bei Interesse, bitte bei Maria Haller oder mir melden.

- Newsletter:
Der nächste Newsletter erscheint Anfang Februar. Redaktionsschluss für diesen ist dann: Do, 29. Januar.


Behüt Sie / euch unser Gott, liebe Grüße,
Pfr. Martin Völkel mit Pfr. Peter Herbert